Ich halte Dich.
Gott.










Suche Frieden und jage ihm nach!
(Jahreslosung 2019, Psalm 34, 15)

Meine Gedanken zum neuen Jahr, zur Jahreslosung und zur Strukturreform

Liebe Gemeinde,

diese Losung kann sicher jeder von uns „unterschreiben“ und nachvollziehen. Aber es lohnt sich, näher darüber nachzudenken, denn da steckt viel mehr drin, als es auf den ersten Blick scheint.

Frieden ist viel mehr als die Abwesenheit von Krieg. Es gibt den äußeren Frieden und den inneren Frieden, den Frieden für unsere Seele. Diesen Frieden sollen wir suchen und ihm „nachjagen“.

Das klingt einfach, ist es aber nicht.

In den letzten Jahren habe ich für mich immer mehr begriffen, dass es Gottes Friede ist, der mir fehlt und den ich nötig habe und zwar in jeder Beziehung. In diesem Zusammenhang fällt mir ein anderes Bibelwort aus Matthäus 6,33 ein: „Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtig-keit, so wird euch solches alles zufallen.“

Das steht für mich mit der Jahreslosung im Zusammenhang.

Ja, wie sieht das nun aber in unserer Lebenswirklichkeit aus? Wie wenig Frieden gibt es zwischen den Menschen, im Beruf, auf der Straße, in Europa, selbst in den Familien und in unserer Kirche? Wo man hinschaut, herrscht „Unfriede“.

Wir sollen dem Frieden nachjagen, weil er sich offensichtlich nicht von allein einstellt. Und man muss den Frieden suchen unter all dem „Unfrieden“.

Unfriede fängt im ganz Kleinen an, wenn wir meist zunächst die „Schuld“ bei dem anderen suchen und nicht zuerst bei uns. Wir be- und verurteilen unsere Mitmenschen und Mitchristen, ohne sie anzuhören oder richtig zu kennen. Niemand kann in das Herz eines anderen Menschen schauen, das kann nur Gott und das tut er auch. Insofern müssen und sollen wir nicht richten über andere und nicht an ihnen schuldig werden, nicht in Gedanken, Worten und Werken. Und trotzdem tun wir es immer wieder. Jedenfalls passiert es mir immer wieder. Und deshalb ist die Jahreslosung richtig, wahr und wichtig. Sucht den Frieden und jagt ihm nach! Und genauso wichtig ist der Weg, diesen Frieden zu suchen und zu finden, ist das Wort aus Matthäus. Wenn unser Streben und all unsere Bemühungen zuerst auf das Reich Gottes gerichtet sind, dann wird uns alles andere zufallen. Dann werden wir alles haben, was wir für das Leben wirklich brauchen und wir werden Frieden haben. Frieden kann man auch haben, wenn es ringsum nicht friedlich ist und wenn die Welt alles andere als friedlich ist. Zudem sollten wir uns bewusst sein, dass es nicht nur um unser Leben hier auf dieser Erde geht. Es geht um unser Seelenheil und das ewige Leben, um die Möglichkeit, durch Jesus zu Gott zurückzufinden, zu dem Leben, welches er für uns gedacht hat. Ein Leben in seinem Reich, wo er alle Tränen von unseren Augen abwischen wird ...

Diese Gedanken sind mir heute gekommen, nachdem wir gestern in Dresden vor der Synode eine Mahnwache gehalten haben, um die Strukturreform in unserer Landeskirche zu stoppen und einen Runden Tisch für die Beteiligung der Gemeindebasis an diesem Prozess zu fordern.

Die Beteiligung an der Mahnwache war mit ca. 30 Personen von ca. 700.000 evangelischen Christen in Sachsen so gering, dass es ziemlich entmutigend war und dass die Landeskirche und die Synode diesen „Protest“ als unbedeutende Randerscheinung getrost ad acta legen können.

Sowohl der Landesbischof Dr. Rentzing als auch der Präsident der Synode haben sich zwar für uns Zeit genommen und mit uns gesprochen. Aber sie haben unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass es kein Stoppen und kein Zurück mehr gibt. Man könne versuchen, schwierige Situationen in den Regionen zu lösen und unter Umständen auch Ausnahmen zulassen. Das war aber das einzige Zugeständnis. Uns wurde auch gesagt, dass der Zusammenschluss mit anderen Gemeinden, in welcher Form auch immer, nicht bedeutet, dass wir die Dinge vor Ort nicht mehr selbst entscheiden, gestalten und regeln können. Man sollte viel miteinander regeln, was die Zusammenarbeit in den neuen Strukturen betrifft. Leider ist bisher nichts Konkretes über die praktische Zusammenarbeit der Gemeinden veröffentlicht worden. Jedenfalls ist mir nichts bekannt. Zu befürchten ist, dass uns die wesentlichen Entscheidungen „aus der Hand genommen werden“.

Ich habe zwar eigentlich in Dresden nichts anderes erwartet, aber trotzdem war ich am Samstag traurig und enttäuscht.

Aber auch bei der Strukturreform muss es unsere Aufgabe sein und bleiben, zuerst nach dem Reich Gottes zu suchen und dem Frieden nachzujagen. Sonst werden wir nicht froh.

Wir sollten auch in unserer Gemeinde mit Gelassenheit und Entschlossenheit weiter unseren Weg mit Jesus Christus gehen.

Wir sollten ehrlich analysieren, warum für uns die Selbstständigkeit unserer Gemeinde wichtig ist und was uns in diesem Zusammenhang unverzichtbar erscheint. Wir sollten die gesamte Gemeinde weiter in diesen Prozess ein-beziehen und auch die gesamte Gemeinde informieren, sensibilisieren und dadurch hoffentlich auch aktivieren. Wir werden alle Kraft benötigen, um als Kirchenvorstand in den weiteren Verhandlungen immer wieder unseren Wunsch nach Eigenständigkeit zu bekräftigen. Wir brauchen den Rückhalt in der Gemeinde, Eure Gebete und Eure Ideen, Eure Zeit und Euer Engagement. Wenn wir darüber Klarheit haben, was unsere Aufgabe als Kirchgemeinde ist und warum diese Gemeinde erhalten bleiben sollte, können wir in die nächsten Verhandlungsrunden gehen. Und wir können sicher sein, dass unser Herr bei uns ist. Wir sollten uns immer wieder an ihn wenden und ihn bitten, uns deutlich zu zeigen, was er will und möchte. Wir können es nicht ohne ihn leisten und lösen, soviel wir uns auch mühen. Beten wir jeden Tag darum!

Katharina Heynig

Schön, dass Sie da sind!

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