Ich halte Dich.
Gott.









Liebe Gemeindeglieder,

„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“, so singen es die Engel über der Krippe von Bethlehem. Friede auf Erden – wer hätte gedacht, wie existentiell dieser Weihnachtswunsch selbst uns betrifft. 77 Jahre liegt das Ende des 2.Weltkrieges zurück, eine ganze Lebenszeit. Die Mehrheit der Deutschen hat Krieg nicht erlebt und kennt bestenfalls die Erinnerungen und Erzählungen älterer Familienglieder. Und auch jetzt dringt der Kriegslärm ja nur medial zu uns vor. Aber der Krieg gegen die Ukraine wirft lange Schatten, schafft Teuerung und in der Folge soziale Verunsicherungen, bringt Hungersnöte und fordert damit Todesopfer weit weg vom eigentlichen Kriegsschauplatz. Mit den vielfältigsten Anstrengungen hatte man das Verhungern von Menschen weitgehend bekämpft. Jetzt steigt der Prozentsatz der Verhungernden wieder dramatisch an, während Millionen Tonnen Getreide in der Ukraine verrotten, weil es nur sehr beschränkt verschifft werden kann. Tote im fernen Afrika; Tote. Verletzte, Flüchtlinge in der Ukraine. so viele Gefallene auf der russischen Seite, die sich diesen Krieg nicht ausgesucht haben. Der Tod und die Sinnlosigkeit feiern ihr grausiges Fest, weil Menschen von angeblicher historischer Größe in der Vergangenheit träumen. Kriege beginnen im Großen wie im Kleinen mit Minderwertigkeitsgefühlen, mit Machtgelüsten und der Verhetzung, dass das Anderssein der anderen eine Bedrohung, eine Anomalie darstellt. Der griechische Philosoph Heraklit behauptete im 5. vorchristlichen Jahrhundert, dass der Krieg der Vater aller Dinge sei. Dass er mit dieser schlimmen Behauptung so viel Zustimmung bis heute erhält, wird deutlich, wenn man das ganze Zitat kennt: „Der Krieg ist der Vater aller Dinge und der König aller. Die einen macht er zu Göttern, die andern zu Menschen, die einen zu Sklaven, die andern zu Freien.“ An Gottes Stelle wollen sich die Machtlüsternen setzen, weil sie denken, dass sie selbst am Ende die Freien und die anderen die Sklaven sein werden. Über der Krippe aber singen die Engel: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“ Sie singen uns zu, dass der Frieden die Mutter alles Lebens ist, weil nur im Frieden alle Menschen die Chance haben, sich zu entfalten, weil Frieden Geschwisterlichkeit bedeutet. Frieden ist eines der Hauptworte der Bibel. Der Frieden wird uns in der ganzen Heiligen Schrift zur Verheißung und zum Ziel gesetzt. Frieden beginnt, wo wir Gott die Ehre geben, diesem Gott, der Mensch wird in Jesus Christus, der unsere Gottesliebe an die Menschenliebe bindet. Frieden beginnt, wo wir uns selbst geliebt fühlen, weil Gott uns liebt, und deshalb andere offen lieben können. Frieden beginnt, wo Vergebung möglich wird, wo nicht das Trennende oder die Schuld auf ewig bleiben müssen. Vergebung, wie sie Christus uns unverdient schenkt, damit auch wir verge-bungsbereit werden. Wird dieser Gott des Friedens geliebt, ganz unabhängig auf welche Weise es geschieht, dann wird sich ein Wohlgefallen aneinander ausbreiten und Versöhnung unserer Unterschiede möglich. Was die Engel über der Krippe singen, meint nicht den faulen Frieden, ruft nicht auf, alles unter den Teppich zu kehren. Frieden braucht Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit. Es braucht Mut, auch um den richtigen Weg zu streiten. Aber der Frieden ist nicht erreicht, wenn nur die Waffen schweigen. Er wird erst um-fassend in der Gabe Gottes, im Kind in der Krippe. „Gott ist Mensch, Dir Mensch zugute“, heißt es in einem alten Weihnachtslied. Indem wir Gott in jedem Menschen erwarten: in den Vergessenen, Kranken, Ausgestoßenen; in den Fröhlichen, Stolzen und Schuldigen; in den Kindern, Erwachsenen und Alten; indem wir Gott unter uns in unserem Nächsten ankommen lassen, beginnt der echte Weihnachtsfrieden. Dann singen auch bei uns die Engel vom Wohlgefallen.

Herzlich grüßt Sie Ihr Pastor Dr. Ulf Zastrow (Partnergemeinde Hildesheim)

Schön, dass Sie da sind!

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